Warum Datenqualität im CRM so entscheidend ist
Ein häufig unterschätzter Aspekt: Auch fehlende Aktivitäten und unvollständige CRM-Einträge führen zu erheblichen Informationslücken. Wenn z. B. ein Kollege ein wichtiges Meeting mit einem Interessenten nicht im System dokumentiert oder entscheidende Felder zur Bedarfsermittlung nicht ausfüllt, gehen relevante Informationen verloren. Das hat direkte Auswirkungen auf die Nachverfolgung, Kundenkommunikation und sogar die Abschlusschancen im Vertrieb.
Eine konsequent gepflegte und valide Datenbasis ist das Fundament für jedes erfolgreiche CRM-System. Ohne verlässliche Daten werden Prozesse ineffizient, Kundenkontakte unpräzise und strategische Entscheidungen unsicher.
- Verlässliche Entscheidungsgrundlagen: Nur saubere Daten ermöglichen fundierte Vertriebs- und Marketingentscheidungen.
- Effiziente Prozesse: Automatisierungen und Workflows funktionieren nur, wenn Felder korrekt befüllt sind.
- Kundenzufriedenheit: Falsche Anreden, doppelte Mailings oder fehlerhafte Adressen hinterlassen einen schlechten Eindruck.
- Compliance & Datenschutz: Inkonsistente oder unnötig redundante Daten erhöhen das Risiko von DSGVO-Verstößen.
Aktuelle Zahlen zur CRM-Datenqualität (Quelle: Statista / Validity, 2023/2024)
- 44 % der befragten Unternehmen geben an, dass fehlende oder unvollständige Daten eine zentrale Herausforderung darstellen.
- 39 % kämpfen mit veralteten Informationen in ihren CRM-Systemen.
- 36 % berichten von Dublettenproblemen, also mehrfach angelegten Datensätzen.
- 32 % nennen Inkonsistenzen bei Datenformaten (z. B. unterschiedliche Schreibweisen, uneinheitliche Feldbefüllung).
- 29 % beklagen die geringe Benutzerdisziplin bei der Datenpflege.
Typische Probleme bei CRM-Daten
- Dubletten (z. B. mehrfach angelegte Firmen oder Kontakte)
- Unvollständige Datensätze (fehlende E-Mail-Adressen, Ansprechpartner, Telefonnummern)
- Veraltete Informationen (z. B. Ansprechpartner gewechselt, Adresse nicht mehr gültig)
- Uneinheitliche Schreibweisen (Straße vs. Str., GmbH vs. GMBH, Freitext statt Dropdown-Auswahl)
- Falsche oder inkonsistente Datenfelder (z. B. Länder als Freitext statt standardisiertem ISO-Code)
Tipp aus der Praxis: Effiziente Datenerfassung mit snapADDY
Ein Beispiel aus der CRM-Praxis zeigt, wie sich Datenqualität auch durch smarte Tools verbessern lässt: Ein Kunde nutzt das Portal für öffentliche Ausschreibungen und setzt zusätzlich den snapADDY Grabber ein, um Ansprechpartnerdaten direkt und strukturiert ins CRM zu überführen. Ob aus E-Mail-Signaturen, Impressum oder Business-Netzwerken wie LinkedIn und XING – relevante Kontaktdaten werden einfach markiert, und der Grabber überträgt sie automatisiert an die richtigen Stellen in SugarCRM. Das spart Zeit, reduziert manuelle Fehler und erhöht die Datenqualität deutlich.
Wie lässt sich die Datenqualität im CRM verbessern?
1. Einheitliche Datenstrukturen schaffen
- Pflichtfelder gezielt einsetzen (nicht inflationär, aber dort, wo sie wirklich notwendig sind)
- Auswahllisten statt Freitextfelder nutzen
- Standardisierung von Adressformaten, Telefonnummern, Ländercodes etc.
2. Dublettenmanagement aktiv betreiben
- Dublettenprüfung beim Anlegen neuer Datensätze
- Regelmäßige Dublettenbereinigung (z. B. mit Tools oder dedizierten Datenverantwortlichen)
3. Datenpflegeprozesse etablieren
- Klare Verantwortlichkeiten im Team definieren (z. B. wer pflegt welche Datenbereiche)
- Regelmäßige Datenqualitätschecks (monatlich/vierteljährlich)
- Automatisierte Workflows zur Datenvalidierung einführen
4. Datenaktualisierung durch externe Quellen
- Integration von Firmenverzeichnissen, Handelsregisterdaten oder Adressvalidierungsdiensten
- CRM-Integrationen zur Echtzeitprüfung von Daten (z. B. E-Mail- oder Adressvalidierung)
5. Nutzer sensibilisieren und schulen
- Bewusstsein schaffen, warum saubere Daten für alle im Unternehmen wichtig sind
- Schulungen zur korrekten Dateneingabe durchführen
Best Practice aus der CRM-Praxis
In einem Projekt mit einem mittelständischen Maschinenbauer wurde durch die Einführung eines standardisierten Dublettenprozesses und monatlicher Datenchecks die Datenqualität innerhalb von drei Monaten deutlich verbessert. Die Quote fehlerhafter Kontakte sank um über 40 %, und die Vertriebsmitarbeiter arbeiteten wieder deutlich effizienter, weil sie sich auf ihre CRM-Suchen verlassen konnten.
Datenqualität steigern durch klare Prozesse und gezielte Schnittstellenintegration
1. Prozessbasierte Datenqualitätssicherung
- Lead- und Opportunity-Prozesse mit Validierungsschritten versehen: Beispiel – vor Übergabe eines Leads an den Vertrieb muss ein Datenqualitätscheck durchlaufen werden.
- Kundenpflege-Prozesse einführen: z. B. jährliche Überprüfung von Kontaktdaten durch das Vertriebsteam oder automatisierte Erinnerungen zur Datenaktualisierung.
- Verbindliche Prozesse zur Datenanreicherung definieren: Welche Informationen sind wann und durch wen zu ergänzen? Wer ist für Updates bei Kundenveränderungen zuständig?
- Beispiel aus der Praxis – Postversand bei Weihnachtsaktionen: Ein klassisches Beispiel zeigt die Bedeutung sauberer Daten besonders deutlich: Bei einem CRM-Projekt wurde festgestellt, dass über 20 % der versendeten Weihnachtskarten aufgrund unvollständiger oder veralteter Adressdaten zurückkamen. Neben unnötigen Portokosten entstand auch ein negatives Kundenbild. Die Einführung eines regelmäßigen Adressabgleichsprozesses mit automatischen Erinnerungen an Vertriebsmitarbeiter führte im Folgejahr zu einer deutlichen Reduktion dieser Rückläufer.
2. Einsatz von Schnittstellen zur Datenoptimierung
- Adress- und Stammdatenvalidierung über externe Dienste (z. B. Melissa Data, Uniserv, D&B): automatische Prüfung und Vervollständigung von Adressen, Firmennamen, Branchencodes etc.
- ERP- und CRM-Synchronisation: durch klare Feldmapping-Regeln und Validierung bei der Datenübernahme können Inkonsistenzen vermieden werden.
- Marketing- und Leadquellen kontrollieren: Automatisierte Imports aus Formularen, Landingpages oder Messen sollten standardisiert validiert und ggf. angereichert werden.
Handlungsempfehlung
- Analysieren Sie bestehende CRM-Prozesse hinsichtlich Datenqualität – wo schleichen sich Fehler ein, wo fehlt Kontrolle?
- Prüfen Sie, welche Schnittstellen bereits Daten liefern – und ob diese korrekt und qualitätsgesichert ins CRM gelangen.
- Entwickeln Sie eine Datenqualitätsstrategie, die Prozesse, Verantwortlichkeiten und technische Hilfsmittel verbindet.
Checkliste: Maßnahmen zur Verbesserung der CRM-Datenqualität
Diese Checkliste hilft Ihnen, zentrale Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Datenqualität systematisch umzusetzen:
- Pflichtfelder sind sinnvoll definiert und praxisgerecht eingesetzt
- Dublettenprüfung bei der Datenerfassung durchführen
- Datenqualitätsprüfungen finden regelmäßig statt (z. B. monatlich, quartalsweise)
- Verantwortlichkeiten für Datenpflege sind klar benannt
- Einheitliche Auswahllisten ersetzen uneinheitliche Freitexteingaben
- Prozesse zur Adress- und Kontaktaktualisierung sind dokumentiert
- Schnittstellen zur Datenvalidierung (z. B. Adressen, Stammdaten) sind implementiert
- Benutzer sind für Datenqualität geschult und regelmäßig sensibilisiert
- Korrektur- und Feedbackprozesse bei fehlerhaften Daten existieren
- Neue Mitarbeitende erhalten Einweisung in CRM-Datenstandards
Fazit: Datenpflege ist kein Einmalprojekt
Handlungsempfehlung: Prüfen Sie Ihre aktuellen CRM-Daten. Gibt es klare Standards, Verantwortlichkeiten und Prozesse zur Datenpflege? Falls nicht: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Thema strukturiert anzugehen.